Wehentätigkeit und Kontraktionen richtig deuten
Während der Schwangerschaft und besonders gegen Ende der Gravidität erleben viele Frauen Kontraktionen ihrer Gebärmutter. Diese Muskelzusammenziehungen sind ein völlig normaler Teil des Schwangerschaftsverlaufs, können aber Verunsicherung auslösen, wenn unklar ist, ob es sich um echte Wehen handelt oder um sogenannte Braxton-Hicks-Kontraktionen. In diesem Artikel erklären wir, wie Sie Wehentätigkeit richtig deuten und wann ein Arztbesuch notwendig ist.
Unterschied zwischen Braxton-Hicks-Kontraktionen und echten Wehen
Braxton-Hicks-Kontraktionen, auch Übungswehen genannt, treten typischerweise ab der 20. Schwangerschaftswoche auf. Sie sind unregelmäßig, schmerzlos oder nur leicht unangenehm und verschwinden, wenn Sie sich bewegen oder ausruhen. Diese Kontraktionen bereiten die Gebärmutter auf die bevorstehende Geburt vor, führen aber nicht zu einer Erweiterung des Muttermundes.
Echte Geburtswehen unterscheiden sich deutlich: Sie sind regelmäßig, werden progressiv stärker und treten in immer kürzeren Abständen auf. Sie beginnen typischerweise im unteren Rückenbereich und strahlen nach vorne aus. Im Gegensatz zu Braxton-Hicks-Wehen lassen sie sich durch Bewegung oder Positionswechsel nicht beruhigen. Echte Wehen führen zur Erweiterung des Muttermundes und sind ein Zeichen, dass die Geburt unmittelbar bevorsteht.
Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal ist die Schmerzintensität. Während Übungswehen eher als Anspannung oder Verhärtung wahrgenommen werden, sind Geburtswehen mit deutlichen Schmerzen verbunden, die sich progressiv verstärken. Die Kontraktionen werden zudem in regelmäßigen Abständen stärker, etwa alle fünf bis zehn Minuten.
Warnsignale und wann Sie den Arzt aufsuchen sollten
Es gibt mehrere Situationen, in denen Sie sofort Ihren Frauenarzt oder die Klinik kontaktieren sollten. Wenn Sie vor der 37. Schwangerschaftswoche regelmäßige, schmerzhafte Kontraktionen verspüren, könnte dies auf eine Frühgeburt hindeuten. Auch wenn Sie einen Vorzeitigen Blasensprung: Was ist zu tun? vermuten, sollten Sie umgehend medizinische Hilfe suchen.
Weitere Warnsignale sind vaginale Blutungen, starke Kopfschmerzen, Sehstörungen oder Bauchschmerzen, die nicht mit Kontraktionen zusammenhängen. Auch wenn Sie Fieber entwickeln oder starken Schwindel verspüren, ist ein Arztbesuch erforderlich. In solchen Fällen könnte eine Infektion wie das Amnioninfektionssyndrom: Symptome und Behandlung vorliegen.
Wenn Sie nach dem errechneten Termin noch keine echten Wehen bekommen haben, wird Ihr Arzt möglicherweise Ultraschalluntersuchungen in der Schwangerschaft durchführen, um die Situation zu überwachen und gegebenenfalls eine Einleitung zu besprechen.
Praktische Tipps zur Unterscheidung und Umgang
Um Kontraktionen richtig zu deuten, führen Sie am besten ein einfaches Tagebuch. Notieren Sie den Zeitpunkt und die Dauer der Kontraktionen sowie deren Intensität. Dies hilft Ihrem Arzt bei der Beurteilung, ob es sich um Braxton-Hicks-Kontraktionen oder echte Wehen handelt.
Bei Braxton-Hicks-Kontraktionen können Sie versuchen, sich zu entspannen. Ein warmes Bad, leichte Bewegung oder ein Positionswechsel können helfen. Ausreichend Flüssigkeitszufuhr und regelmäßige Pausen sind ebenfalls wichtig, da Dehydration zu vermehrten Kontraktionen führen kann.
Bei echten Wehen ist es Zeit, in die Klinik zu fahren. Die klassische Regel besagt, dass Sie fahren sollten, wenn die Wehen regelmäßig alle fünf Minuten auftreten und etwa eine Minute andauern. Vertrauen Sie auf Ihr Bauchgefühl, wenn etwas nicht richtig anfühlt, und zögern Sie nicht, qualifizierte Fachpersonen anzurufen.
Die Fähigkeit, zwischen verschiedenen Arten von Kontraktionen zu unterscheiden, gibt Ihnen Sicherheit in der späten Schwangerschaft. Mit den hier beschriebenen Unterscheidungsmerkmalen und einer offenen Kommunikation mit Ihrem Frauenarzt können Sie diese aufregende Zeit bewusst erleben.
Bei Beschwerden wenden Sie sich an qualifizierte Fachpersonen.